Wiener Weinpreis 2026: Die Besten im Fokus



Der Wiener Weinpreis findet heuer im Rahmen einer großen Publikumsverkostung am 28. Mai 2026 im Arkadenhof des Wiener Rathauses statt – eine würdige Kulisse für die besten Weine Wiens. 

Foto: © Theresa Wey/LK Wien 

Es ist das Highlight des Wiener Weinjahres: Im einzigartigen Rahmen des Arkadenhofs im Wiener Rathaus laden am 28. Mai 2026 von 15.00 bis 21.00 Uhr die besten Wiener Winzer zur Verkostung ihrer Landessieger-, Goldmedaillen- und Finalisten-Weine. Dabei ist die Veranstaltung gleich in zweifacher Hinsicht eine Premiere: Nachdem der Wiener Weinpreis in den vergangenen Jahren als Gala für geladene Gäste abgehalten wurde, steht die Präsentation und Verkostung der Wiener Top-Weine heuer allen interessierten Weinfreund:innen offen. Außerdem zeigt sich der Wiener Wein nach einem gründlichen Marken-Relaunch erstmals in einem komplett neuen Outfit. Bürgermeister und Hausherr Michael Ludwig freut sich nicht nur, gemeinsam Gastgeber mit LK Wien Präsident Norbert Walter dieses besonderen Events zu sein, sondern lobt auch den neuen Auftritt: „Der Wiener Weinbau hat eine lange Tradition in unserer Stadt. Bis heute ist Wien die einzige Weltstadt mit nennenswerten Weinbau innerhalb seiner Stadtgrenzen. Was unsere Stadt ausmacht, kommt gerade in diesem Bereich gut zur Geltung: Das Miteinander, die einzigartigen Wiener Heurigen, unser Lebensgefühl aber auch der Stolz, so ausgezeichneten ‚eigenen‘ Wein zu haben. Darum finde ich es wichtig, dass sich der Wiener Wein jung und zeitgemäß, aber zugleich auch mit einem starken Bezug zum typisch Wienerischen präsentiert und das ist mit dem neuen Markenauftritt mehr als gelungen.“

Die Landessieger 2026: Eleganz und Klasse 

 Salopp formuliert könnte man den Jahrgang 2026 so charakterisieren: ein Weinjahr wie früher. Will heißen, keine übertriebenen langen Hitzeperioden im Sommer, eine ausreichende Wasserversorgung im Weingarten über die gesamte Vegetationsperiode und als Folge dessen Weine, bei denen das Trinkvergnügen im Vordergrund steht und die mit ihrer Finesse und Eleganz punkten. Die breite Streuung der Landessieger unterstreicht einmal mehr das hohe Niveau des Wiener Weinbaus, das sich nicht nur auf einige wenige Produzenten oder Weine beschränkt. 

Motivation für top-Qualität

Der Präsident des Wiener Landesweinbauverbandes und Winzer Norbert Walter hebt die Bedeutung des Wiener Weinpreises für die Qualität des Wiener Weines hervor. „Ein Wettbewerb wie der Wiener Weinpreis ist ein Ansporn für uns Winzer, Top-Qualität zu produzieren, diese regelmäßig auf den Prüfstand einer unabhängigen Verkostungskommission zu stellen und dann die Weine mit Stolz zu präsentieren. Nicht zuletzt ist der Wiener Weinpreis darum auch ein bedeutendes Marketing-Instrument für die Wiener Winzerinnen und Winzer“. 

Der Wiener Wein als bedeutender Wirtschaftsfaktor

Doch der Wiener Wein verspricht nicht nur Genuss, er ist auch ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor, wie Gremialgeschäftsführer Klaus Puza und Obmann-Stellvertreter Gerhard Lobner vom Gremium für Lebensmittel- und Agrarhandel der Wirtschaftskammer Wien betonen, indem sie auf eine Studie der Österreich Wein Marketing verweisen: „Wien erbringt als das kleinste der vier Weinbundesländer eine überdurchschnittlich hohe Wertschöpfung. Die Bruttowertschöpfung des Wiener Weinbaus belief sich im Jahr 2023 auf rund 880 Millionen Euro, womit die Weinwirtschaft in der Bundeshauptstadt rund 12.000 Arbeitsplätze sichert, was einem Prozent der gesamten in Wien Beschäftigten entspricht. Insgesamt spülte die Weinwirtschaft im Untersuchungszeitraum 55 Millionen Euro in die Kassen der Stadt Wien – fast ein Viertel aller Steuern und Abgaben auf regionaler Ebene.“

Der Wein verbindet die Menschen

Michael Höllerer, Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Niederösterreich-Wien, stellt den geselligen und gesellschaftlichen Aspekt des Weins in den Mittelpunkt. „Beim Wein kommen die Leute zusammen, er verbindet die Menschen im Gespräch, darum sind Veranstaltungen wie der Wiener Weinpreis, bei dem sich die Produzenten und Weingenießer:innen treffen und austauschen, so wertvoll. Wir sind uns auch dessen bewusst, dass wir hier in Wien als einzige Weltstadt mit nennenswertem Weinbau eine echte Besonderheit und Spezialität haben und es ist uns wichtig, diese zu unterstützen und zu erhalten“. 

Der Weinbau als Garant gegen Bodenversiegelung

Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der österreichischen Hagelversicherung, betont noch einen weiteren, wesentlichen Aspekt des Wiener Weinbaus. „Gerade in einer Großstadt wie Wien sind bewirtschaftete Grünflächen besonders wertvoll. Sie prägen nicht nur das Stadtbild und bieten sich als Naherholungsgebiet für die Wiener und ihre Gäste an, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Luftqualität und zum Klima in der Stadt. Nicht zuletzt ist die Erhaltung und Bewirtschaftung der Wiener Weinberge der beste Garant gegen eine weitere Bodenversiegelung, zumal in einer Stadt ein besonders großer Bebauungsdruck herrscht“.  

Der Wiener Weinpreis im Rathaus 

Der Wiener Weinpreis findet am Donnerstag, 28. Mai 2026 von 15 bis 21 Uhr im Arkadenhof des Wiener Rathauses statt. Bei dieser Veranstaltung präsentieren die Wiener Winzer:innen ihre prämierten Weine und natürlich auch die Landessieger. Besucher:innen haben die Möglichkeit, eine breite Auswahl an ausgezeichneten Weinen an einem Ort zu verkosten und direkt mit den Produzent:innen in Kontakt zu treten. 

Tickets sind im Vorverkauf auf ÖTicket erhältlich: oeticket.com 

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Website: Wiener Weinpreis 2026 | Wiener Wein 

Die Wiener Landessieger 2026

Mit Weinbeschreibungen von Klaus Egle

Grüner Veltliner klassisch
Grüner Veltliner 2025, Weingut Muth
Zarter Duft mit feiner Würze, Anklänge von Holunderblüten, Stachelbeeren und Birnen in der Nase, am Gaumen feingliedrig und elegant, mit knackiger Säurestruktur, kühle Mineralik, zarte Bitternoten stellen am Gaumen ein paar kleine Widerhaken auf, die ihm einen fordernden Charakter und einen schönen Trinkfluss verleihen. Noch sehr jugendlich aber mit gesicherter Zukunft. Ideal für das Heurigenbankerl unter Hollerbusch – philosophische Gespräche sind dabei nicht ausgeschlossen. 
 
Grüner Veltliner kräftig

Grüner Veltliner 2025 Cuvée Konstantin, Weingut-Buschenschank Wolf
Voller Duft mit grünblättrigen Aromen, intensive Würze, röstige Töne von frischem Holzofenbrot, reife, gelbe Äpfel und dezente Kaffeenoten im Hintergrund. Am Gaumen weich, stoffig und vollmundig mit saftigem, dicht gestricktem Fruchtkörper, opulenter, mundfüllender Typ mit cremiger Textur und generöser Fruchtsüße. Ein Geburtstagsfest am Gaumen, bei dem alle Wünsche in Erfüllung gehen. 
 
Riesling klassisch
Riesling 2025 „13 Zeilen“, Weingut Mag. Marina Mostbeck
Kühler, fast spröder Duft, traubig mit Aromen von Weingartenpfirsichen und Eiszuckerln, zarte Würze, fein ziselierter, eleganter Fruchtkörper am Gaumen, mit saftig-filigranem Säurespiel, schöner Biss, kühle Anmutung, frisch und trinkfreudig. Ein Riesling wie ein schüchterner Prinz – er will erst erobert werden.
 
Riesling kräftig
Riesling 2024 Ried Rosengartel, Nußberg, 1. ÖTW, Weingut Mayer am Pfarrplatz
Intensiver, saftiger Duft mit reifen Marillen, Blütenhonig und einem exotischen Touch von Maracuja und Litschis. Am Gaumen dicht und mit einem mineralischen, eng gestrickten Fruchtkern, gebündelter Kraft und raumfüllender Präsenz. Ein Wein-Aristokrat, der sich noch in vornehmer Zurückhaltung übt – man denkt schließlich in Generationen. 
 
Weißburgunder
Weißburgunder Ried Seidenhaus 2022, Weingut Wien Cobenzl
Kraftvoll-elegante Nase mit zarten, burgundischen Reifenoten von Äpfeln über Bananen bis zu Mandeln und Macadamianüssen in einem aparten Mix mit einem fein sortierten Körbchen exotischer Aromen von Orangen bis Limetten. Am Gaumen dann vollmundig mit weicher Textur, reifen Obstnoten und Anklängen von Weißbrot und Haselnüssen. Mundfüllend und lang anhaltend ist das ein Weißburgunder zum Schwelgen und Genießen, der keine Begleitung braucht. 
 
Chardonnay
Chardonnay 2023 Ried Obere Schoß, Weingut Rotes Haus
Voller, opulenter Duft mit einem exotischen Aromenstrauß von kandierten Ananas bis Litschis, dazu etwas Buttertoast, dezente, rauchige Röstaromen, Anklänge von Karamell. Vollmundig, cremig und stoffig am Gaumen mit einem dicht gestrickten Fruchtkörper und einer warmen, ruhigen Präsenz, die auch von der reifen, harmonisch eingebundenen Säure getragen wird. Ein Chardonnay, der internationale Stilistik mit Wiener Charme verbindet. 
 
Wiener Gemischter Satz DAC
Wiener Gemischter Satz DAC 2025, Weingut Beranek
Vielschichtiger, einladender Duft mit einem schönen Fruchtbukett von reifen Äpfeln, Ribiseln, Quitten und exotischen Anklängen von Orangen und Mandarinen. Am Gaumen mild, reif und vollmundig, mit weicher Textur und reifer, gut integrierter Säure. Dezente Bittertöne unterstreichen Struktur und Ernsthaftigkeit. Ein universeller Begleiter zu eine guten Heurigenjause vom Liptaueraufstrich bis zum Selchfleisch. 
 
Wiener Gemischter Satz DAC Ortswein
Wiener Gemischter Satz DAC 2025 Bisamberg, Weingut Schwarzböck
Zarter Duft mit kühler Kräuterwürze, Aromen von Haselnüssen, Äpfeln und Ribiseln, dazu weißer Pfeffer und Anklänge von Paprika. Am Gaumen saftig, mit einem schönen Spannungsbogen zwischen der reifen, süßen Frucht und der kühlen, straffen Mineralik, was einen tollen Trinkfluss ergibt. Hier hat man die Wahl: Einfach genussvoll reinzwitschern oder sich auf den Wein einlassen und seinen Facettenreichtum in kleinen Schlucken ergründen. Im Zweifelsfall am besten beides.
 
Wiener Gemischter Satz DAC Riedenwein

Wiener Gemischter Satz DAC 2025 Ried Himmel, Weingut Edlmoser
Opulente, fast parfümierte Duftfülle, mit dicht verwobenem, komplexen Fruchtspiel in der Nase, gelbe Äpfel, Ananas, ein Hauch Biskuit und Butterkeks ist ebenso dabei wie Anklänge von reifen Zitrusfrüchten. Am Gaumen saftig, stoffig und vollmundig mit einer spannenden Kombination von reifer Frucht und kühler Mineralik, die keine Spielereien aufkommen lässt und die Richtung zum lange anhaltenden Abgang vorgibt. Ein kräftiger, ernsthafter Wiener Gemischter Satz ohne jede Opulenz und Breite, der vom Duft bis zum Abgang seine Spur hält.
 
Muskateller
Gelber Muskateller 2025, Weingut Deutsch
Die Nase wird geflutet von einer wahren Duftwelle, die dem Glas entsteigt. Hollunder, Stachelbeeren und gelbe Äpfel ergeben ein einladendes, saftig-fruchtsüßes Duftspiel, das neugierig darauf macht, was sich hinter diesem Aromenteppich verbirgt. Dann spaziert er lässig und leichtfüßig über die Zunge, lässt da und dort eine kühle, resche Säure hervorblitzen und verabschiedet sich mit einer kleinen Verbeugung in Richtung Abgang.
 
Pinot Noir

Pinot Noir 2022 Kalkstein, Weingut Edlmoser
Helle Waldbeeren im Duft, Erdbeeren, Himbeeren, Sauerkirschen, von zarter Fruchsüße und ätherischen Kräuterdüften umwoben, feingliedrig, elegant und einladend. Am Gaumen von stoffiger Fruchtigkeit und weicher Textur geprägt, der zarte Gerbstoff hält sich da dezent im Hintergrund und tritt nur in Erscheinung um Breite zu verhindern. So legt er sich am Gaumen schön an, füllt den Mund aus und ruft sich mit seinem langen, wärmenden Nachklang noch einmal freundlich in Erinnerung.
 
Internationale Rotwein-Sorten
Cabernet Sauvignon 2022, Ing. Michael Ruthner
Dunkle, saftig-reife Beerenfrucht in der Nase, fleischige Aromen wie Steak vom Holzkohlengrill von einem gut gereiften Dry-Aged-Beef und über allem schwebt eine dezente Glocke von Rauch und Rumtopf. Am Gaumen vollmundig mit Aromen von Trockenfrüchten, Teer und Schwarztee, mit einem kräftigen Gerüst von reifem Gerbstoff, der ihm Statur und gaumenfüllende Präsenz verleiht. Im Sommer herrlich zum Steak vom Grill, im Winter zum Ragout vom Hirsch oder Wildschwein.
 
Rote Cuvées
Mephisto 2023, Weingut Christ
Feine, vornehme Nase mit dunkler Frucht und Edelhölzern, dazu hochwertige Bitterschokolade und ein Hauch von frisch gebrühtem, italienischem Kaffee. Dem eleganten Auftritt in der Nase folgt ein ebensolcher am Gaumen: Da beeindruckt die perfekte Harmonie von reifer, delikater Beerenfrucht, perfekt integriertem, weichem Gerbstoff und dem animierenden Spiel von Süße, Säure und Bitterstoffen. Ein Wein, dem theoretisch ein langes Leben beschieden wäre, wenn er nicht schon jetzt, in seiner relativen Jugend, so verteufelt viel Trinkvergnügen bereiten würde. 
 
Frizzante
Frizzante Rosé „Albino secco“, Winzerhof Leopold
Zarte, helle Beerenfrucht im Duft mit Anklängen von Erdbeeren und Ribiseln, dazu frische Zitrusschalen. Am Gaumen feinperliges Mousseux, zarte Fruchtsüße, mit fröhlicher, verspielter Säure. Ein Rundum-sorglos-Paket im Glas, das gute Laune macht und zu vielen Gelegenheiten passt. 
 
Sekt

Sekt, Mayer am Pfarrplatz
Helle, glockenklare Frucht von Marillennektar bis Rosenblüten, kühle, animierende Zitrustöne mit animierender Kräuterwürze im Hintergrund. Am Gaumen kräftiges Mousseux, weiniger Typ, der gleich viel Druck und Präsenz entwickelt, schönes Frucht-Säurespiel mit Steinobstnoten, etwas Feuerstein und rasantem Trinkfluss. Der Solotänzer im Ballsaal, auf den alle schauen.