Klaus Egles Wein der Woche: Pinot Noir 2022, Weingut Sutter

Das Weinviertel ist ein guter Boden für Pinot Noir und im Weingut Sutter in Hohenwarth hat er eine lange Tradition.

Wer jetzt schon langsam drauf kommt, dass das Weinviertel ein guter Boden für Pinot Noir ist, der hätte diese Weisheit im Weingut Sutter in Hohenwarth schon vor Jahrzehnten erwerben können. Denn hier hat der Pinot Noir eine lange Tradition und auch heute noch ist er ein Liebkind von Doris und Leopold Sutter. Warum wohl? Ganz einfach, weil er Finesse und Trinkfreudigkeit verbindet, schon in der Nase mit seinem feinen Waldbeeren-Aromen ausgesprochen einladend wirkt und dann am Gaumen saftig aber keineswegs breit, sondern immer fokussiert mit einer fein ziselierten Säure dasteht und zum fröhlichen weitertrinken animiert. 

Reife im großen Holzfass

Im Duft meint man eine leicht rauchige Note zu verspüren, die freilich nicht vom Holz kommen kann, da der Wein nach dem biologischen Säureabbau für zwei Jahre in neutralen, großen Holzfässern reift. Dennoch rahmt sie den Wein schön ein, der auch am Gaumen ebenso animierend wie harmonisch daherkommt. Fruchtsüß, dicht gestrickt und animierend entwickelt er ordentlich Druck, bleibt am Gaumen haften und klingt auch nach dem letzten Schluck noch lange nach.

Ein Freund der feinen Küche

Ein wunderbarer Begleiter für Wildgeflügel wie Fasan, für Reh und alles, was unter den Begriff feine Küche fällt.  Der 2022er ist jetzt wunderbar zu trinken, ich bin aber auch gespannt, was er in den nächsten Jahren noch für uns an Geruchs- und Geschmackseindrücken parat hält. Ein wirklich ausgewogener, feiner und trinkfreudiger Pinot Noir mit Niveau und mit einem fantastischen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bewertung: 17/20 Punkten