Klaus Egles Wein der Woche: Grüner Veltliner Loibner Steinfeder 2024, Weingut Knoll

Mit seinem Grünen Veltliner Loibner Steinfeder 2024 zeigt Emmerich Knoll, dass man auch aus wenig Alkohol viel Wein machen kann.

Derzeit wird sehr viel geschrieben und gesprochen über die Gegenwart und vor allem über die Zukunft des Weines. Hat er überhaupt eine? Und wenn ja, wie soll die aussehen? Ganz stark kommt dabei das Thema alkoholfreie Weine zur Sprache, dazu alle möglichen Alternativen von Kombucha bis Tee oder Verjus. Letzterer liegt stark im Trend ist aber eigentlich ein alter Hut oder freundlicher formuliert: Der vergorene Saft von grünen Trauben hat zumindest in Frankreich eine lange Tradition. Womit wir beim Thema wären. Denn gerade in Österreich wurden früher gerne Weine getrunken, deren Alkoholgradationen deutlich unter denen lagen die heute gang und gäbe sind. In der Wachau wurde dafür von mehr als 40 Jahren bei der Gründung der Qualitätsvereinigung Vinea Wachau sogar eine eigene Kategorie geschaffen: Die Steinfeder.

Die Steinfeder als Rarität

Mit dem durchaus gut gemeinten Streben nach immer höherer Traubenreife aber auch durch die voranschreitende Klimaerwärmung stiegen in den vergangenen Jahrzehnten die Alkoholwerte stetig an und die Steinfedern wurden in der Wachau zu Raritäten. Einmal durch die Veränderungen in der Natur aber auch durch Ende des Konsumentengeschmacks und zudem lassen sich mit hochwertigen Smaragdweinen auch bessere Bewertungen und höhere Preise erzielen. Die Knolls – der Junior wie auch der Senior – sind an diesem Thema jedoch immer drangeblieben und haben stets versucht, von jedem Jahrgang zumindest eine Steinfelder anbieten zu können. Jetzt liegt diese wunderbar leichte und animierende Trinkvergnügen plötzlich wieder voll im Trend. Wozu also das Rad neu erfinden, wenn der Bauplan dafür ohnehin altbekannt ist? 

Unbeschwerter Trinkspaß

Der Grüne Veltliner Loibner Steinfeder 2024 verbindet eine zarte Steinobstfrucht mit feiner Würze und einer reifen, animierenden Säure. Dass er leicht über den Gaumen geht, versteht sich fast von selbst, dass er dort aber noch erstaunlich lange nachklingt, gehört für das Protokoll zumindest festgehalten. Fazit: Man trinkt hier für gerade einmal 11 Prozent Alkohol einen erstaunlich präsenten und kompletten Wein, der ganz einfach Spaß macht und bleibt dabei ganz unbeschwert.  

Bewertung: 17/20 Punkten