Der Furmint ist mit gerade einmal 35 Hektar Rebfläche eine absolute Rarität in der österreichischen Weindlandschaft, Rust sein gallisches Dorf und Heidi Schröck & Söhne die Miraculixe, die aus dieser Rebsorte so spannende Zaubertränke brauen wie den Ruster Furmint 2024.
Heidi Schröck ist in der ganzen Weinwelt zu Hause aber gleichzeitig auch immer mit beiden Beinen fest im Boden ihrer Heimatstadt Rust verwurzelt geblieben. Seit mehr als dreihundert Jahren betreibt ihre Familie hier Weinbau, seit 1983 lenkt sie die Geschicke des Weinbaubetriebes und seit einigen Jahren mischen ihre Söhne Georg und Johannes mit und bringen ihre eigenen Vorstellungen und Ideen in Heidis stets offene, bunte und vielfältige Weinwelt ein. Doch so innovativ die Schröcks auf der einen Seite sind, so sorgsam gehen wie mit den Traditionen der alten Weinstadt Rust um, die als Grundpfeiler ihres Weinschaffens fungieren. Da ist es ganz klar, dass die – Klima und Böden zu verdankende – Ruster Dreifaltigkeit aus Weiß-, Rot- und Süßweinen gepflegt wird, insbesondere mit den Proponenten Furmint, Blaufränkisch und Ruster Ausbruch.
Furmint als stiller Star
Der Furmint zählt zu den stillen Stars im Ensemble der Schröck-Weine. Zeitweise fast vergessen, mittlerweile wieder in einer zarten Renaissance befindlich, war diese Rebsorte immer ein fixer Bestandteil von Heidi Schröcks Sortiment. Gerade sein vordergründig eher unspektakulärer Charakter hat bei ihrer stets wachen Weinpersönlichkeit ein besonderes Interesse geweckt. Aktuell ist der 2025er im Angebot, außerdem gibt es noch einen „großen Bruder“ in Form des „Rocks & Acid“ 2023 von der Ried Turner. Doch nun zu meinen Eindrücken vom „einfachen“ 2024er, der mich vom ersten Schluck an unwiderstehlich auf seine Seite gezogen hat.
Ein echter Schröck-Wein
Wow, dieser Forint von Heidi Schröck ist alles andere als Meterware. Wunderbare, feine Würze in der Nase, Quitte, Biskuit Haselnuss am Gaumen, straff würzig mineralisch und dicht mit zarten Bittertönen wie von Walnussschalen, aber auch Anklänge von Trockenfrüchten wie getrocknete Marillen. Viel Druck, geht am Gaumen schön auf und bleibt sehr lange haften. Mit diesem Wein brechen die Schröcks eine Lanze für eine rare Rebsorte, die sich zweifellos mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Eine Spezialität mit einem absoluten eigenständigen Charakter. Eben auch ein echter Schröck Wein!
Bewertung: 17/20 Punkten

