Klaus Egles Wein der Woche: Cuvée SOL 2022, Weingut Albert Gesellmann

Passend zum freundlichen Frühlingswetter lässt die Cuvée SOL 2022 vom Weingut Albert Gesellmann in Deutschkreutz auch im Glas die Sonne aufgehen.

Albert Gesellmann muss man in der heimischen Weinszene nicht erst umständlich vorstellen, gilt er doch zu Recht als einer der profiliertesten Rotweinwinzer des Landes. Den Grundstein dafür hat schon Senior Engelbert Gesellmann gelegt, Albert hat die Dinge kontinuierlich weiterentwickelt, wenn es sinnvoll war auch nach dem Motto „Vorwärts in die Vergangenheit!“, wenn er etwa begann, händisch in offenen Gärbottichen umzurühren. Bei aller Euphorie für den Rotwein hat er aber nie darauf vergessen, dass Deutschkreutz seit jeher auch ein guter Boden für Weißweintrauben war. Daraus ist mit der Cuvée Sol etwas Neues entstanden, ein Wein, den man „natural“ nennen könnte, der diese Kategorisierung aber eigentlich gar nicht braucht, weil er ohnehin für sich steht.  

Aufwändig gearbeitet

Die Cuvée besteht zu 75 % aus Chardonnay und zu 25 % aus Sauvignon Blanc, die Trauben stammen von über 35 Jahre alten Reden auf tiefgründigen, kalkreichen Böden.  Die spontane Gärung mit mehrmaligem Aufrühren der Hefe und der biologische Säureabbau erfolgte in kleinen Eichenfässern. Anschließend reiften die Weine 15 Monate separat auf der Feinhefe in gebrauchten Barriques und 500-Liter-Fässern. Nach der Vermählung zur Cuvée reifte der Wein noch in großen Holzfässern.

Trinkvergnügen mit Zukunft

Das Ergebnis ist ein erneuter Beweis dafür, dass Albert Gesellmann keine halben Sachen macht: Mächtige Duftfülle mit intensiver Kräuterwürze, exotische Aromen von Mango bis Litschis, Zitrustöne, im Hintergrund fleischige Noten von Dry-Aged-Beef und rauchige Anklänge. Am Gaumen stoffig und extraktreich mit großer Struktur, dicht gestricktem Fruchtkörper und cremigem Gaumengefühl, voluminös und mundfüllend aber auch mit einiger Frische durch die reife Säure und den fein eingewobenen Gerbstoff. Ein fordernder Wein, der lange am Gaumen haften bleibt und ewig nachklingt. Jetzt schon ein super-saftiges, vor Mineralität strotzendes, lässiges Trinkvergnügen aber konzipiert für ein langes Leben. Meine Empfehlung: Dekantieren und ins große Burgunderglas!

Bewertung: 19/20 Punkten