Klaus Egles Wein der Woche: Chardonnay Reserve Ried Karln 2023, Weingut Pröll

Mit seinem Chardonnay Reserve Ried Karln 2023 beweist Maximilian Pröll, dass man im Weinviertel Weißweine von internationalem Format keltern kann.

Mit 320 Jahren Geschichte im Hintergrund – Weinbau seit 1705 – und einem neuen Wappen auf den Etiketten könnte man sich auch einmal auf dem Lorbeer ausruhen. Doch mit Maximilian Pröll als treibender Kraft entwickelt sich der traditionsreiche Radlbrunner Weinbaubetrieb stetig weiter. Neben Investitionen in die Weingärten und einen neuen Keller hat Pröll auch das Weinsortiment mit einer gediegenen Reserve-Linie deutlich aufgewertet. Fand man hier früher alles, das im Weinviertel gut wächst und auch richtig Trinkspaß bereitet, so legte Pröll mit seinen Reserven nicht nur ein Schäuferl sondern eine ausgewachsene Schneeschippe nach. 

Dieser Wein braucht Platz

Ein wunderbares Beispiel dafür ist der Chardonnay Reserve Ried Karln 2023: Goldgelb in der Farbe entsteigt dem Burgunderglas eine fantastische Duftfülle von gelben Äpfeln über exotische Früchte wie Ananas, Litschi und Kumquats. Dazu Buttertoast, nussige Anklänge und eine zart rauchige Note im Hintergrund. Am Gaumen dann saftig, mundfüllend, mit dichtem Fruchtkörper, mineralischem Kern und straffer Struktur. Ein Chardonnay von internationalem Format aus dem Weinviertel, der jetzt schon richtig Zug und Trinkfreudigkeit hat aber auch noch viele Jahre Freude machen wird. Tipp: Ins große Burgunderglas gießen oder dekantieren – dieser Wein braucht Platz!

Und noch eine gute Nachricht für Weinfreunde: Mit einem Preis von € 13,50 keineswegs einen Krater ins Weinbudget 2026. Zum Shop: www.weingut-proell.at/weine/

Bewertung: 18 von 20 Punkten