Das historische Brauhaus im bekannten Wallfahrtsort Mariazell erlebt mit den neuen Eigentümern Peter und Helga Lindmoser einen kulinarischen Frühling – Gott sei Dank!
Text und Fotos: Klaus Egle
Seit dem Jahr 1673 ist das Brauhaus in Mariazell eine Labstelle – nicht nur – für hungrige und durstige Pilger. Über vier Generationen hat die Familie Girrer hier die Gäste auf’s Beste bewirtet, jetzt hat die Familie Lindmoser, die auch das chice Chalet-Hotel Montestyria in Mariazell betreibt, das Ruder übernommen. Geblieben ist die gemütliche Atmosphäre in den ganz dezent modernisierten, holzgetäfelten Stuben, wo der aufmerksame Service mit Umsicht und Schwung waltet – kurzum: Man fühlt sich hier gleich gut aufgehoben. Das frisch gezapfte Bier mundet hervorragend und eine kleine, feine Weinauswahl ergänzt das Getränkeangebot.





Ein Leuchtturm in Mariazell
Hochwertige, regionale Produkte bilden das Rückgrat einer Küche, die sich ohne aufgesetzte Bierseligkeit an traditionellen Speisen orientiert aber ebenso mit leichten, kreativen und modern interpretierten Gerichten aufwartet. Da trifft das Brauhausgulasch auf Quinoa-Salat, die Mariazeller Bier-Zwiebelsuppe auf Wiener Weinbergschnecken und die knusprigen Mostviertler Blunz’nscheiben auf Steirische Gebirgsgarnelen. Eine Speisekarte, die für jeden etwas parat hat und dementsprechend bunt ist auch das Publikum, das diesen Leuchtturm in der kulinarisch ansonsten eher bescheiden sortierten Pilger-Metropole zu schätzen weiß.
Am Sonntag im Salettl
Das gilt im übrigen auch für das Salettl im Hof, das erfreulicherweise auch am Sonntag geöffnet hat und mich beim ein oder anderen Fliegenfischerausflug ins Mariazellerland quasi vor dem Verhungern gerettet hat. Mein persönlicher Tipp: Der ausgezeichnete Burger mit einem herausragenden Sauerteig-Bun; nicht ganz einfach zu essen aber jede Mühe wert!

