Ganz Österreich steuert schon auf die alljährliche Martinigansl-Euphorie zu. Pünktlich dazu erinnert uns das Regionale Weinkomitee Weinviertel daran, dass der Grüne Veltliner als Reserve mit seiner Kraft, Präzision und Eleganz nicht nur mit den „großen“ Weißen mithalten kann, sondern sogar mit den klassischen roten Begleitern zum Gansl.
Grüner Veltliner und Pfefferl gehören zusammen wie das Weinviertel und seine Kellergassen. Ein Weinviertel DAC ist immer ein Grüner Veltliner aus dem Weinviertel. In der Klassik-Version, oft auch in jungen Jahrgängen prägen ihn frisches Kernobst, saftige Säure und das typische würzig-pikante Pfefferl. Bei Reserve und Großer Reserve ist das aber erst der Anfang: Dazu kommen reife Frucht, Struktur, Schmelz und eine ordentliche Portion Tiefgang. „Die Weine sind dichter, kraftvoller und vielschichtiger, ohne dabei ihre Lebendigkeit zu verlieren. „Ihre Herkunft bleibt dabei immer klar erkennbar“, erklärt Maria Obermayer, Geschäftsführerin des Regionalen Weinkomitees Weinviertel.
Knusprige Haut, kräftiger Wein
Genau diese Fülle braucht es für die perfekte Weinbegleitung zum Gansl. Die Reserve spielt ihre Stärken dort aus, wo es Röstaromen gibt: beim knusprig gebratenen Brathendl, beim Fleisch mit goldbrauner Kruste und bei langsam Geschmortem. Die Würze des Weins greift die Aromen der Kruste auf. Die lebendige Säure schneidet durch das Fett und hält den Gaumen frisch, auch beim zweiten Haxerl – Rotkraut und Knödel nimmt sie gleich mit..
Auch in frischen Kräutern, Ingwer und Frühlingszwiebeln findet die Reserve ihren Partner, selbst zu einem milden, cremigen Curry. Dort verbindet sich die warme Würze des Gerichts mit der reifen Frucht im Glas.

Eine Rebsorte, viele Gesichter
Dass aus einer einzigen Sorte so unterschiedliche Weine entstehen, hat mit der Herkunft zu tun. Im Weinviertel wächst der Grüne Veltliner auf Löss, Kalk, Urgestein und Sand, in unterschiedlichen Kleinklimata und unter der Handschrift vieler Winzerinnen und Winzer. Hans Setzer, Winzer und Vorsitzender des Komitees, rät deshalb zum direkten Vergleich: „Wer beim Grünen Veltliner nur ans Pfefferl denkt, sollte einmal mehrere Weinviertel DAC Reserven nebeneinander verkosten. Dann merkt man sehr schnell, wie groß die Bandbreite ist.“
Ein Wein mit Zukunft
Laut Setzer haben die Reserven auch „enormes Reifepotenzial“. Sie müssen also nicht jung getrunken werden, und ein paar Jahre auf der Flasche tun ihnen gut. Das ist ein Grund mehr, sie auf der Weinkarte zu suchen, wenn das nächste Gansl auf den Tisch kommt.
© RWK Weinviertel Krahofer und RWK Weinviertel Herbst

