Klaus Egles Wein der Woche: Grüner Veltliner „unique“ 2021, Weingut Hagn, Mailberg

Das Weinviertel ist das größte Weinbaugebiet Österreichs, doch die Weinviertel Winzer mussten lange dafür kämpfen, dass man ihnen zugesteht, hier auch große Weine keltern zu können. Mit der Unique-Serie haben die Brüder Hagn eindrucksvoll bewiesen, dass dies sehr wohl möglich ist.

Das Weingut Hagn in Mailberg ist durchaus stellvertretend für die Entwicklung des Weinbaugebietes Weinviertel mit einer langen Tradition und einer erfolgreichen Transformation in die „Wein-Neuzeit“. Vor 300 Jahren begründet, entwickelte sich der Betrieb zu einem der Big-Player im Weinviertel, hatte seine Basis im Weinhandel aber immer auch ein Sortiment an Qulitätsweinen aus der Bouteille im Angebot. Unter der Führung der jungen Generation mit Wolfgang (Marketing) und Leo Hagn (Winemaking) wurde die Qualitätsschiene stark aufgewertet und die Auszeichnungen, die sie sowohl mit ihren Weißen als auch mit den Rotweinen errungen haben, würden schon eine mittlere Trophäenhalle füllen. Daneben wurde das Geschäftsmodell laufend diversifiziert, mit der Errichtung des „Weindomizils“ eine Homebase geschaffen, die Weinviertel-Reisenden ein komplettes Angebot zum gut Essen, Trinken und Schlafen bietet und das Sortiment laufend um junge, trendige Produkte wie den Jungwein „Filius“, den Rosé-Sekt „Juwella“, die alkoholfreie „Zero“-Serie oder die Wein-Gin-Spirituose „Herak“ erweitert. Was über lange Zeit aber fehlte, war der High-End-Wein, ein Signature-Produkt, mit dem die Hagn-Boys zeigen konnten, was sie wirklich draufhaben.

Monumentale Wucht trifft Trinkfreude

Mit der Unique-Serie aus Grünem Vetliner, Riesling und Chardonnay wollten Leo und Wolfgang dann ein echtes Ausrufezeichen setzen, und das ist ihnen auch eindrucksvoll gelungen. Der 2021er Grüne Veltliner Unique ist jetzt in allerbester Trinkform und ins große Bordeaux- oder Burgunderglas gegossen bereits im Duft ein echter Hammer. Reife gelbe Äpfel, Quitten Birnenkompott ein wenig Tabak, Weißbrot, ein Hauch von Karamell spielt mit, dazu rauchige Töne, die sich dezent im Hintergrund halten. Am Gaumen dann saftig, fruchtsüß und vollmundig mit reifer gelber Frucht und gut integrierter, animierender, weicher Säure – das Ganze auf dem Fundament einer tiefgründigen Mineralik. Hier treffen sich monumentale Wucht und fast tänzerisch-elegante Trinkfreude in einem Wein, der ernst genommen werden will und trotzdem Riesen-Spaß macht. Jetzt wunderbar zum antrinken, hat aber auch noch viele schöne Jahre vor sich.

Bewertung: 18,5/20 Punkten