Die Weinmesse VieVinum ist so etwas wie ein Klassentreffen der Weinwelt. Das Verkostungsteam des Wirtshausführer, Mara Feißt und Klaus Egle, waren alle drei Tage vor Ort – und haben einiges zu berichten.
Foto: © Eva Kelety/Vievinum
Bereits im Vorfeld war klar, wohin die Reise gehen sollte: Die VieVinum stellte ihr Motto „The Power of Wine“ bewusst in den Mittelpunkt – eine Einladung, die für die alle zwei Jahre in der HOFBURG Vienna stattfindende Weinmesse nicht passender hätte sein können. Denn was sich anfühlt wie ein Klassentreffen, erweist sich nach drei Tagen als lebendiger Beweis, wie kraftvoll Wein die Menschen zueinander führt. Die ehrlichen Gespräche über Landwirtschaft, Qualitäten und Herausforderungen, die schier unüberschaubare Zahl an hochkarätigen Verkostungsproben heimischer und internationaler Weingüter, die hochprofessionelle Organisation der Messe – all das zusammen ergibt etwas, das über eine Fachmesse weit hinausgeht und den Geist einer ganzen Weinnation lebendig widerspiegelt.
Rund 15.000 Besucher:innen und 550 Aussteller:innen machten Österreichs internationale Weinmesse erneut zu einem echten Treffpunkt der Branche – in einem Rahmen, der kaum schöner sein könnte: Die HOFBURG Vienna als imperiale Bühne verleiht der VieVinum eine ganz besondere Atmosphäre.
Dass die Österreich Wein Marketing über 1.000 internationale Händler:innen, Gastronom:innen und Sommelièr:innen zur Messe eingeladen hat, war deutlich spürbar – und hat dem Ganzen jene europäische Dimension gegeben, die der VieVinum so gut steht. Diversität bereichert eben auch hier. Dass man sich als Besucher:in dabei rundum wohl gefühlt hat, ist nicht zuletzt dem eingespielten Organisationsteam von M.A.C. Hoffmann und ÖWM zu verdanken.
„Nirgendwo sonst werden dank ÖWM und M.A.C. Hoffmann auch internationale Besucher:innen so perfekt betreut wie auf der Vievinum.“ Klaus Egle







Imperiale Bühne, volles Programm
Die Eröffnung setzte den richtigen Ton. Generalsekretär Johannes Abentung hob Wein als nicht kopierbares Naturprodukt hervor, Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager unterstrich seinen kulturellen Stellenwert. Passend dazu auch das Gastland Georgien: mit 8.000 Jahren Weingeschichte die Wiege des Weins – Botschafter Alexander Maisuradze brachte diesen identitätsstiftenden Aspekt eindrucksvoll auf den Punkt.
Das Programm ließ keine Wünsche offen. Zu den meistbeachteten Treffpunkten zählten die United Nations of Blaufränkisch: In der Hofburg Lounge präsentierten Weingüter aus neun zentraleuropäischen Ländern 103 Weine Seite an Seite – Kékfrankos, Frankovka, Lemberger, Modra Frankinja – in einem Jahr, in dem auffallend viel über politische Bruchlinien gesprochen wurde, wirkte das wie ein starkes Gegenbild. Die Masterclasses der School of Wine waren gut moderiert und reichten von tiefgründig bis vergnüglich – darunter der traditionelle Riesling-Länderkampf gegen Deutschland, den Österreich beim Jahrgang 2022 knapp für sich entschied. In der Tasting-Zone im Orchestergang rundeten ein Verkostungsparcours der Sommelier Union Austria, das „Best of Sauvignon Blanc“ von Wein Steiermark und die Initiative „Junges Burgenland – Next Generation“ das Bild ab – ebenso wie eine starke Bühne für alkoholfreie Alternativen mit dem Austrian Zero Award 2026 als Abschluss.
Der Wein hat das letzte Wort
Das Herzstück aber waren die Weine selbst. Der Jahrgang 2025 zeigt bereits jetzt eine Qualität, die vielversprechend ist – frisch, präzise und auf hohem Niveau. Was Winzer:innen aus dem herausfordernden Jahrgang 2024 gemacht haben, war außergewöhnlich: ein Beweis dafür, dass die heimische Winzerschaft immer besser mit den Herausforderungen der Klimakrise umzugehen versteht. Jahre wie dieses fordern enormen Arbeitsaufwand – und liefern oft weniger Ertrag, aber dafür besonders gute Weine. Schön war auch, dass viele Winzer:innen gereifte Proben mitgebracht haben – eine wichtige Erinnerung daran, dass österreichischer Wein Zeit verdient.
„Die jungen Winzer:innen können den österreichischen Wein auf Pfade bringen, die wir heute noch gar nicht kennen“. Mara Feißt
Da schaut man gleichzeitig zurück und nach vorne – und die Aussicht ist gut. Beim österreichischen Wein bedeutet das ein wachsendes Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit: Noch nie waren so viele Bio- und biodynamische Weingüter auf der VieVinum vertreten wie heuer. Dazu kommt ein hochmotivierter Nachwuchs! Wir sind gespannt, was uns in zwei Jahren erwartet.

