ÖWM-Chef Chris Yorke: Der österreichische Weinstil ist gefragt

Im Rahmen seines ersten großen öffentlichen Auftritts beim Marketingtag der Österreich Wein Marketing (ÖWM) präsentierte der neue Chef, der gebürtige Brite Chris Yorke, vor 550 Winzern und Stakeholdern der Weinbranche sein Programm. Qualität, Vielfalt und Nachhaltigkeit sieht er als die größten Trümpfe der heimischen Weinwirtschaft und der Weintourismus ist für ihn ein Schatz, den es zu heben gilt. Foto: ÖWM/Martin Grabmayer

Bereits am Vorabend erklärte Yorke in einer kleinen Runde von Journalisten, wie es zu seinem Engagement für die ÖWM kam und was seine Ziele sind. Yorke ist in England geboren, in Basel in der Schweiz aufgewachsen und durchlief dann mehrere Stationen im Management internationaler Konzerne ehe er vor 15 Jahren als Global Marketing Director für die New Zealand Winegrowers avancierte. In dieser Funktion feierte er internationale Erfolge, ehe er nach einem Auswahlprozess mit mehr als 90 Kandidaten am 1. Jänner 2020 die Geschäftsführung der ÖWM übernahm. Weinmarketing wurde quasi seine zweite Natur, Deutsch beherrscht er perfekt und schon als „Nachbar“ in Basel aber auch später im Weinbusiness lernte er die österreichischen Weine kennen und schätzen.

Beim Weintourismus die Schätze heben

Dabei stachen ihm mehre Stärken besonders ins Auge, auf denen auch seine Marketingstrategie aufbaut. Da ist zunächst einmal das hohe Qualitätsniveau der Weine, das sich in mit einem laufend steigenden Flaschenpreis bei den Exporten ausdrückt. Weiters die Vielfalt, bei der das klein strukturierte Weinland kaum zu schlagen ist. Dann die Nachhaltigkeit: Gerade im Ausland wird der Österreichische Weinbau als vorbildlich in Sachen sorgsamem Umgang mit der Natur und Sauberkeit angesehen. Schließlich ortet Yorke großes Potenzial im Bereich des Weintourismus, wo die Verbindung von kurzen Distanzen, Schönheit der Landschaft und Qualität der Infrastruktur hervorragende Voraussetzungen bietet. „Auch die Nähe der Weinbaugebiete zu Wien ist eine vielversprechende Grundlage, die kaum ein anderes Land in dieser Form aufweisen kann“, so Yorke. Schließlich streute Yorke dem typisch österreichischen Weinstil Rosen und zerstreute zugleich Bedenken, dass man hier in der Vermarktung, ähnlich wie in Neu Seeland einen sehr einheitlichen Wein-Charakter anstreben könnte. „Der österreichische Weinstil mit seiner Frische, seiner Frucht und seiner Trinkfreudigkeit ist genau das, was auf den internationalen Märkten gefragt ist”, zeigte sich Yorke überzeugt.

Die internationale Einschätzung erforschen

Aus dieser Überzeugung leitet sich auch die weitere Marketing-Strategie des neuen ÖWM-Teams ab, in dem mit der Bestellung des bisherigen Geschäftsführers der Wein Burgenland, Christian Zechmeister, als Prokurist und Bereichsleiter für Herkunftsmarketing sowie die Schlüsselmärkte Österreich und Deutschland die Schlagkraft weiter erhöht wurde. „Die Stärken stärken”, lautet die Devise und da geht es nicht zuletzt um die Festigung der herausragenden Position am Heimmarkt mit einem Marktanteil von 73 % im Einzelhandel und 88 % in der Gastronomie. Hier ist die Zielsetzung, die Wertschöpfung noch weiter zu erhöhen. Im Export lauten die Schlagworte Themenführerschaft und Zielgruppenfokussierung. Damit dies gelingt, wird durch eine großangelegte Marktstudie erforscht, was die die internationalen Meinungsbildner aus Gastronomie, Handel und Presse über den österreichischen Wein und sein Markpotenzial denken.

Mit den Winzern an einem Strang ziehen

Zugleich wird der Dialog mit den Winzern verstärkt, denen ja letzten Endes die Aktivitäten der ÖWM zugute kommen sollen. Daher findet heuer auch eine Umfrage unter den Winzern statt um deren Bedürfnisse noch besser zu kennen und den Service der ÖWM dahingehend optimieren zu können. Yorke zu den Beweggründen dafür: „Ich weiß, dass wir nur als Team erfolgreich sein können – wir sind nämlich nur dann stark, wenn wir an einem Strang ziehen!”